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Von oben verlangt man Klarheit von dir. Von unten verlangt man Tempo von dir. Und du reichst beides eins zu eins weiter, an die, die unter dir stehen.
Hast du das schon einmal erlebt oder beobachtet? Von oben die Frage, ist das schon geplant, wann ist das fertig. Von unten die Forderung, erklär uns endlich die Strategie, ganz genau bitte. Du weißt, so klar ist das alles nicht. Trotzdem gibst du beides vor, nach oben ein Commitment, nach unten Klarheit.
Und dann drehst du es selbst um. Forderst nach oben mehr Klarheit, drängst nach unten aufs Fertigwerden. So baut sich in der Organisation ein Druck auf, den eigentlich niemand wollte. Eine komplexe Herausforderung wird mit den Mitteln einer komplizierten Welt behandelt, mit Regeln, Plänen, Zielbildern. Das macht die Sache nicht besser. Sondern schlechter.
Und ausgerechnet von Führungskräften wird verlangt, beides gleichzeitig zu liefern. Präzise Pläne nach oben, schnelle Antworten nach unten. Mehr Erwartungen an Strukturen, die für komplexe Themen gar nicht gemacht sind.
Über genau diesen Punkt spricht Christina Grubendorfer heute im becomebetter Podcast mit Dr. Thomas Pisar, Organisationsberater, Autor und Denker zwischen Wissenschaft, Praxis und Satire. In seinem Buch Komplexität als Stärke zeigt er, wie Organisationen durch Störungen besser werden, statt nur klarzukommen.
Du nimmst aus diesem Gespräch mit:
- Warum ein präzises Zielbild in komplexen Situationen mehr schadet als hilft.
- Den Unterschied zwischen Resilienz und Antifragilität, und warum Schrumpfen oft das Gegenteil von robust macht.
- Warum KI, zu früh in komplexe Entscheidungen geholt, genau die Chancen zerstört, die sie eigentlich schaffen sollte.